Matratzen liegen in Abfallmulde

Matratzenrecycling

In der Schweiz wird Matratzenabfall verbrannt. In anderen Ländern wie den Niederlanden oder in UK haben erste Anbieter wie Retour Matras oder TFR Prozesse und Anlagen zur stofflichen Verwertung etabliert. Bis es in der Schweiz zirkuläre Matratzen gibt (etwa wie sie Auping in den Niederlanden anbietet), braucht es eine smartere Lösung für Matratzenabfall, als thermischen Verwertung. Denn die in den Matratzen enthaltenen Rohstoffe sind es wert.

Die Matratzen-Allianz macht sich auf den Weg, in der Schweiz Matratzenrecycling zu etablieren. Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren haben wir die Prozesse und Wege, die eine Matratze im Laufe ihrer Produktelebensdauer geht, analysiert. Ein kritischer Erfolgsfaktor für effektives Matratzen-Recycling ist ein attraktiver Absatzmarkt für die Sekundärrohstoffe. Hier könnte ein vorgezogener Recyclingbeitrag helfen, ein professionelles Matratzenrecycling zu finanzieren. 

Gemeinsam mit unseren Partnern evaluieren wir die Möglichkeiten und innovative Ideen für die Verwendung der Sekundärrohstoffe (Beispiel: Cloud Sofa).

Pilotversuch 2023

Um wichtige Erkenntnisse für das zukünftige, schweizweite Recyclingsystem zu erhalten, wurde von Oktober bis November 2023 ein Recyclingpilot mit drei Sammel-Standorten in der Schweiz durchgeführt und anschliessend in den Niederlanden vom Recyclingunternehmen RetourMatras recycelt. Die Auswertung zeigt deutlich, ein gut geplantes Matratzenrecyclingsystem bietet erhebliche ökologische Vorteile, insbesondere durch die Reduktion von CO₂-Emissionen.

Trotz Herausforderungen überwiegen die positiven Aspekte:

  • Sammelerfolg: Matratzen finden den Weg zu Sammelstellen, was rasch zu hohen Tonnagen an wertvollem Recyclingmaterial führt.

  • Hohe Sammelqualität: Saubere und intakte Container sowie geschützte Sammelstandorte sorgen dafür, dass gesammelte Matratzen trocken bleiben und recycelt werden können.

  • Effiziente Sammlung und Logistik durch Einbezug der Hersteller:innen und Händler:innen, der Einführung automatisierter Prozesse sowie durchdachte Standortwahl der Sammelstellen.

  • Gesteigertes Bewusstsein und Akzeptanz durch Schulung des Personals und gezielter Aufklärung der Bevölkerung.

  • Ökologischer Gewinn und Ressourcenschonung: Reduktion von CO₂ und hochwertige Sekundärrohstoffe (Recyclingmaterialien) zur Wiederverwertung.

Ökologische Auswirkungen von Matratzenrecycling

Bachelor-Arbeit von Juliette Aymon

Juliette hat in ihrer Bachelorarbeit* die Matratzenströme in der Schweiz aufgezeichnet, sowie die ökologischen Auswirkung der Verbrennung der Matratzen. In einem nächsten Schritt, hat sie, aufgrund von Daten von bestehenden Recyclinganlagen aus dem Ausland, das Recycling des in den Matratzen enthaltenen PUR Schaums betrachtet und bezüglich Umweltwirkungen mit der Verbrennung verglichen. Fazit: das Recycling ist umweltfreundlicher als die Verbrennung, da die Produktion von neuem PUR Schaum vermieden und somit Ressourcen gespart werden können.

Durchgeführt wurde diese Bachelorarbeit an der Professur für ökologisches Systemdesign und betreut von Dr. Melanie Haupt und Maja Wiprächtiger, Senior Scientist und Doktorandin, an der Professur und mit Betreuung von MFC. 

*Die vorliegende Arbeit ist eine unkorrigierte Studentenarbeit, welche als Abschluss des Bachelorstudiums in Umweltingenieurwissenschaften verfasst wurde. Die Auslegung und Interpretationen entsprechen nicht zwingend den Ansichten oder Positionen der wissenschaftlichen Betreuer oder der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich).

Video-Präsentation von Juliette Aymon (23.11.21)

Matratzen-Landkarte

Die Matratzen-Landkarte wurde gemeinsam mit den Schweizer Akteuren entlang der gesamten Matratzen-Wertschöpfungskette erarbeitet. Diese Landkarte bietet nun ein gemeinsames Verständnis und einen Überblick über die Wertschöpfungskette und sie ist eine Basis, um das Matratzen-Abfallproblem in der Schweiz künftig nachhaltiger zu lösen.

Vorreiter Niederlande